Eine deutsche, durchschnittliche Lebensgeschichte!
Ein Verlagsangebot!



Diese, meine Lebensgeschichte begann ich im Jahr 2004, im 75. Lebensjahr, zu schreiben.
Den Anlass dazu gaben meine Söhne und Freunde die zu mir sagten:
"Du erzählst immer so Vieles, Interessantes und Lebendiges aus Deinem Leben, das musst du unbedingt aufschreiben. Das darf nicht verloren gehen, das muss der Nachwelt erhalten bleiben. Deine Geschichten und Erlebnisse die du schilderst sind Berichte eines Zeit- und Augenzeugen."

Man beginnt zu Grübeln und in der Erinnerung zu graben und stellt fest, je weiter man zurück denkt, umso präziser und minutiöser gelingt es, die Erinnerung und die Erlebnisse wach zu rufen.

Der Ablauf allen Geschehens verläuft in dieser Geschichte in versch. Zeitebenen.
Es verbindet sich die Erinnerung mit Aktuellem, Historisches mit dem Zeitgeschehen und somit entsteht ein zeitübergreifendes Bild meines Lebens.

Durch das Ausüben mehrerer Berufe ergab sich für mich eine sehr vielseitig gefächerte Entwicklung.

Solohornist in
Sonneberg /Thür.
 
Dirigent
1953 - 1980
 
Freischaffender
Komponist
1980 - 1989
Politiker
ab Oktober 1989
 

Mein Leben war eines der abwechslungs- und ereignisreichsten, eines das durchdrungen war von Höhen und Tiefen, Widersprüchen und Kontroversen, aber auch geprägt von dem Willen etwas zu tun, etwas aufzubauen und einen Beitrag zu leisten für die Gesellschaft.
Dass dies nicht glatt abläuft ist logisch.

Zwei Diktaturen und Überwachungsstaaten erlebte ich und nunmehr einen dritten!

Von vier demokratischen Entwicklungen die ich erleben konnte, nahm ich an drei dieser aktiv teil.
Durch meinen vielseitigen Stellenwechsel als Hornist und als Dirigent in einigen Städten Deutschlands und bei den vielen Konzertreisen die ich durchführen konnte, manche verbunden mit Urlaubsvergnügen, erwarb ich mir eine umfangreiche Menschenkenntnis und lernte Sitten und das Leben anderer Völker kennen.
Das Spektrum meines Lebens umfasst derart Vielseitiges, dass es oft schwer ist, alles auseinander zu halten.


Grundeinstellungen

Alle Kreaturen, die Natur, die Umwelt und unser Globus stehen unter einem Schutz der uns verpflichtet, das alles zu erhalten und zu bewahren.

Als Mensch bin ich für mich selber verantwortlich. Ich muss aber auch Verantwortung tragen gegenüber anderen und für die Gesellschaft. Nur so kann ein kommunales Zusammenleben möglich werden.

Aus dieser Verantwortung für sich selbst heraus entstanden meine Grundprinzipien und meine Grundeinstellungen, welche ich immer wahrte und bewahrte, sie münden in einem Satz von Martin Buber und sind meine Maxime geworden:

"Ich bin da als der ich da bin!"

Dass diese Einstellung nicht von selbst oder aus dem Nichts heraus kommt ist folgerichtig.

Alles musste ich mir zum Großteil selber erarbeiten.


Schulzeit – Kriegsjahre - Nachkriegszeit

Acht Jahre Volksschule in der Nazizeit, drei Jahre Hochschule für Musik, in denen ich lediglich als Orchestermusiker ausgebildet wurde. Das war meine Jugendzeit!

Eine übliche Schulbildung, ein Abitur wie heute meist als Voraussetzung verlangt wird, konnte ich aus vielerlei Gründen nicht erreichen. Die Wirren der Zeit, die Not, das frühe Eintreten in das Berufsleben – ich verdiente mit 16 Jahren mein erstes Geld –, mein Wille, in die Welt hinaus zu wandern brachten mich in eine Situation, die ich nun versuche, in meiner Lebensgeschichte wiederzugeben, zu schildern und zu berichten.

In dieser Zeit erlebte ich die Kriegsjahre, die Bombenabgriffe auf Dresden, die Nachkriegszeit, die von Hungerjahren besonders geprägt waren zusammen mit dem gesellschaftlichen Wandel, der alles und vieles veränderte.

Meinen Weg, Dirigent und Komponist zu werden erarbeitete ich mir autodidaktisch.
Das bedeutete bereits in meiner Jugendzeit: viel üben, Horn und Klavier.
Und nach meiner Studienzeit das Aneignen von Kenntnissen um Dirigent und Komponist zu werden.

Das hieß– und das ist damit unweigerlich verbunden – Arbeiten, Arbeiten, Arbeiten!

Mit dem hier Aufgeschriebenen möchte ich alle jungen Menschen animieren, darüber nachzudenken, dass, wenn sie einmal etwas erreichen wollen dies nur auf Wegen zu bewältigen ist, die man sich selbst erarbeitet hat.

Die Grundlagen für meine Berufe bestanden im Wissen um Philosophie, Kunst, Literatur, Religionen.
Besonders als Dirigent, Komponist und dazu in meiner Einstellung zum Atheismus ist das unumgänglich.

Eine andere Seite ist die persönliche Entwicklung!
Erfahrungen sammeln um sich ein eigenes Weltbild zu erarbeiten und aufzubauen.
Dazu gehört, sich ein Wissen anzueignen, Kenntnisse zu erwerben und sich einen Überblick zu schaffen über das gesamte Geschehen dass einen Menschen umgibt.

Mich versetzte das in die Lage, dass ich allumfassend Kenntnisse und Erfahrungen erwarb, die mich zu einem Weltbürger machten.

Aus diesem Grund erklärte ich mich auch 1950 zum Weltbürger Nr.2, nachdem im gleichen Jahr Jean Paul Sartre in Paris sich dazu erklärt hatte.


Der Zwiespalt zwischen Ost und West

In meinem Leben ergab sich durch die Nachkriegsjahre und durch den Zwiespalt zwischen Ost und West noch ein eigenes, besonderes Problem: Ich wurde Wanderer zwischen zwei Welten.
Mit meiner Flucht 1947 nach dem Westen wurde ich 1949 mit der Gründung der Bundesrepublik zum Bundesbürger und hatte einen Bundesrepublikanischen Pass.
Seither besitze ich durch meine Rückkehr 1951 in den Osten eigentlich eine doppelte deutsche Staatsbürgerschaft.

Als Dirigent, der ich es geworden bin, kann man sich nicht seine Arbeitsstellen aussuchen wie man will, sondern man muss sich bewerben, vor allem bewähren und geht dahin wo man Chancen hat zu bestehen.


Politische Einstellungen

Da ich von Anfang an auch politisch interessiert und engagiert war bin ich nicht verwundert, dass ich plötzlich in die aktive Politik geriet. Besonders der Herbst 1989, mit der sogenannten Friedlichen Revolution, traf mich in einer Weise, an die ich nicht mehr geglaubt hatte.

Die politische Umwälzung konnte ich mir in dieser Form, als überzeugter Kommunist, nicht vorstellen: Die Einheit Deutschlands! Der Zusammenbruch des Ostblocks!
Ein erhebendes Gefühl, auch wenn heute - 2013 – nach 24 Jahren nicht alles so eingetroffen ist wie ich mir das gewünscht und vorgestellt hatte,

Durch meine Aktivitäten im NEUEN FORUM wurde ich in die Politik geworfen und war plötzlich Spitzenkandidat in Thüringen für den ersten, frei und geheim gewählten Landtag.

Aus dieser Wahl heraus ergab sich, dass ich als ältester Abgeordneter der
1. Alterspräsident des Thüringer Landtages wurde, der am 25.Oktober 1990
die 1. Konstituierende Sitzung im Deutschen Nationaltheater Weimar leitete und die Eröffnungsrede hielt.

Aus dieser Ansprache möchte ich zwei markante Sätze zitieren, die ich den Abgeordneten mit auf den Weg gab. Ich zitierte Thomas Mann, der 1951 in der Paulskirche in Frankfurt a. Main und im gleichen Jahr im Deutschen Nationaltheater in Weimar den Deutschen in West und Ost zurief:

"Wir brauchen kein deutsches Europa. Wir brauchen ein europäisches Deutschland."

Wie klar und wahr dieser Satz ist, dessen Bedeutung wird erst heute – 2013 - so richtig deutlich!

Und mein Schlusssatz lautete: „

"Demokratie leben heißt: Demokratie vorleben!"