Erzgebirgsphilharmonie
Aue in Sachsen


Erzgebirgsphilharmonie

Ende August 1953 fuhr ich von Dresden nach Aue.

Ich kannte das Erzgebirge ein wenig aus meiner Jugendzeit. Als Pimpf - Silvester 1939 (?) - in Annaberg ,von der Sprungschanze mit einer Fackel in der Hand herab sausend, in einem Schneehaufen landend, hatte ich mir die Finger leicht angefroren, was mir bei kaltem Wetter nach wie vor eiskalte Hände und Finger beschert. Das spielt aber nunmehr keine Rolle.

Ich kam in Aue an und lief zu der mir angegebenen Adresse. Im Zentrum, in der Nähe des Marktes liegend, betrat ich in der Ernst-Bauch-Straße 7 mein neues zu Hause. Im ersten Stock war ich bei einer Familie untergebracht, die im Seitenblock eine Musikalienhandlung besaßen. Mein Wirt erzählte mir später, er sei Oboist in der Berliner Philharmonie gewesen, was zu glauben ist, denn viele Musiker Deutschlands stammen aus dem Vogtland und dem Erzgebirge, zumal diese Gegend Zentren des Instrumentenbaues sind.

Mein Vorgänger bewohnte bereits diese praktisch gelegene und komfortable Wohnung.
Ein großes Eckzimmer mit dem entsprechenden Mobiliar, einem sehr guten Flügel zum Üben, davor ein Zimmer mit Bett, das war nunmehr mein Domizil.
Von meinen bisherigen Wohngewohnheiten her war dies nicht nur standesgemäß, sondern einer Person würdig, die wie ich Chef eines Orchesters geworden war.
Chef eines Orchesters, das unter dem Titel "Erzgebirgsphilharmonie" Konzerte gab.


Der jüngste Chefdirigent der DDR

Mit dem Antritt der Chefstelle
- 1953 als 24 Jähriger war ich der jüngste Chef der DDR -
verbanden sich beiläufig Verbindungen zum Rat des Kreises, der SED-Kreisleitung und vor allem auch zur Wismut-AG.
Feststellen musste ich, dass ich noch nicht richtig in der DDR "angekommen" war und ich mich noch nicht so richtig eingelebt hatte. Der "Westen" wirkte in meinem Kopf noch nach.

Keine Ahnung von den Gepflogenheiten wie man mit der Staatsmacht umgeht, wie man sie behandeln muss, oder besser gesagt, wie man sich selber ihr gegenüber verhalten musste.

Das alles lernte und begriff ich sehr schnell, denn in dem Kulturhaus in dem wir probten war der Kulturbund etabliert und dieser beherrschte mehr oder weniger die politische Szene des Hauses. Mit dem Kulturbundsekretär Fritz Spindler freundete ich mich sehr schnell an, trank mit ihm beim Betreten des Hauses als erstes frühmorgens vor der Probe einen Kaffee. Er wiederum war mit dem ersten Sekretär der Kreisleitung der SED befreundet, sie spielten zusammen den heute nicht mehr existierenden und bekannten "Faustball". Daraus ergaben sich für mich Verbindungen, die sich für mich in der Auer Zeit als sehr nützlich herausstellten. Davon noch später einiges, bis hin zu Kuriosem.


Proben in einer Freimaurerloge

Zu dem Haus ist Interessantes zu vermerken: Es war ursprünglich das Haus der Freimaurer, das Mitte des 19. Jahrhunderts im Erzgebirge entstand und sich
Loge "Zu den drei Rosen im Erzgebirge" nannte.



Freimaurerloge "Zu den drei Rosen"
(Fotos 2012 Ralf Wendland)


Der Probensaal lag im ersten Stock. Wir probten in der sog. Beletage, in einem Saal der ca.150 m² umfasste.
Dieser Saal zeichnete sich durch eine besondere Akustik aus. Stand man in einer Ecke und flüsterte etwas, dann konnte das Gegenüber in der anderen Ecke die Worte genau verstehen.
Ich selber probierte das aus, um das Phänomen zu überprüfen und es funktionierte.
Logisch, dass ich die Geschichte und die Historie des Hauses kennen lernen und wissen wollte, was hier einst im Haus gelaufen ist und was sich da abgespielt hat. Das war nicht einfach. Ich fand aber ältere Auer Bürger, die mir einiges berichten konnten.

Für ein Orchester ist so eine wundervolle Akustik gefährlich, weil die Musiker, wenn es von Haus aus gut klingt, sich wenig Mühe geben mit Vibrato, oder sehr intensiv zu spielen. Das zwingt den Dirigenten dazu, das Orchester ständig zu animieren mit mehr Engagement zu musizieren. Andererseits verfügte der Dirigent über eine Klangwahrnehmung, die in wenigen Probenräumen von vorn herein gegeben ist. Also wundervolle Bedingungen, um mit einem Orchester erzieherisch zu arbeiten und ein eigenes, spezifisches Klangbild zu entwickeln.


Neue Konzertorte - Keine "roten Zahlen" mehr

Alle Orte um Aue herum wurden von unserem Orchester bespielt.
Bevor ich mich einarbeitete musste ich mir einen Überblick über den Orchesterhaushalt beschaffen.

Der Verwaltungsleiter Naumann, ein sehr zurückhaltender und sensibler Mensch, gab Auskunft über alles. Nach den Preisen für ein Konzert fragend sagte er, dass mehr als 300.-Mark nicht zu verlangen seien.
Bei der Überrechnung von 180 Konzerten im Jahr mit 300.- Mark Einnahmen
(Insgesamt ca. 84.0 TM) konnte keine Qualität entstehen und außerdem waren das zu viele Konzerte.
180 Konzerte bedeuteten, dass fast jeden 2.Tag eines stattfinden müsste. So viele Konzertorte gab es dann um Aue herum auch nicht.

Als ich sagte, ab heute werden wir 600.- bis 1.000.- M pro Konzert verlangen, sah mich Nauman etwas verwundert an. Er dachte wahrscheinlich wie sollte das gehen, denn er kannte die Gepflogenheiten der Kulturhausleiter.

Das Erstaunen derjenigen, wenn ich als neuer Chef mitkam und über Preise verhandelte, kann sich jeder vorstellen. Das kannten sie nicht.

Ich erklärte zuerst meist die ökonomische Situation des Orchesters und was es kostet, wenn ein solches Unternehmen unterwegs sein muss und dann zapfte ich die vorhandenen Kulturfonds, über die ich mich vorher informierte hatte an, um an die notwendigen Summen heran zu kommen.

Vorwegnehmend gleich gesagt: Da wo ich als Chef tätig war, ist jedes Orchester durch meine Geschäftstüchtigkeit aus den roten Zahlen heraus gekommen. So auch das Auer Orchester!

Von September bis Dezember 1953 erreichte ich noch nicht so viel, aber in den folgenden Jahren "sprudelte" das Geld, so dass das Orchester im Lohn-Fond, vor allem aber im Prämien-Fond davon profitierte.

Unser Orchesterbüro war im Rat des Kreises untergebracht. Es erwies sich nicht als sehr praktisch, denn zur "Schreibtischtätigkeit" musste ich nach den Proben dahin laufen. Das Orchester hatte einen Raum unter dem Dach. In diesem stand ein Schreibtisch für mich, einen für den Verwaltungsleiter, die Sekretärin musste an einem Tisch an der Wand sitzen um die Schreibarbeiten dort auszuführen. Alles sehr beengt, primitiv, und nicht sehr reizvoll für normale Tätigkeiten. Die Bescheidenheit mit der sich unsere DDR-Bürger abfinden mussten war schon bewunderns- und bemerkenswert.

Im Kulturhaus, der Freimaurerloge, gab es nur wenige Nebenräume, so dass unser Büro dort nicht untergebracht werden konnte. Lediglich das für Aue sehr umfangreiche Notenarchiv war zum Glück in einem der Räume archiviert. Die Auer Orchester hatte das gesamte Notenmaterial des ehemaligen Kurorchesters von Oberschlema übernommen, ein umfangreiches, reichhaltiges und interessantes Archiv, von dem ich bei der Programmgestaltung sehr profitierte, da in diesem außergewöhnliche Arrangements vorhanden waren.

Wir konnten aus Puccinis Opern Konzertarrangements spielen und mussten dafür keine Leihgebühren zahlen. Das waren nicht die einzigen Materialien, sondern es gab deren viele, so dass ich in der Programmgestaltung schalten und walten konnte wie es mir beliebte. Natürlich half dabei das Wissen unseres humorvollen Notenwarts. Eines Tages sagte er allerdings zu mir: "Chef, wir müssten das Archiv mal bereinigen, es ist zu viel Unnützes dabei und ich bekomme Schwierigkeiten beim Suchen und Finden nach Materialien." Darauf sagte ich, wir werden wenn die Urlaubszeit beginnt uns zusammen hinsetzen und sichten und lichten!


Zusammenarbeit mit dem Annaberger Theaterorchester

Langsam muss ich dazu übergehen, was sich auf der Bühne in Aue abspielte.
Was ich vorher noch nicht so genau wusste war: das Auer Orchester und das Annaberger Theaterorchester bestritten gemeinsam die Konzerte. Sie fanden in den jeweiligen Orten, mit den gleichen Programmen und zeitgleich statt. Gemeint sind die repräsentativen Sinfoniekonzerte. Erklärend hierzu: entsprechende Konzertpläne mussten aufgebaut werden, dazu reiste in den ersten Tagen mir zu liebe der Annaberger Musikdirektor Otto extra an und erklärte mir zunächst, wie die Arbeit verlaufen sollte. Da ich viel jünger war glaubte er zunächst, ich würde von dieser Zusammenarbeit überhaupt nichts halten. Er merkte aber bald, dass diese Zusammenarbeit mit meinen und seinen Intentionen der Orchesterentwicklung sehr entgegen kam. Selbstverständlich wollte ich bei meinem Antrittskonzert die mir ans Herz gewachsene 2. Sinfonie von Brahms dirigieren. Das war für den Kollegen Otto kein Problem, im Gegenteil. Wir stimmten die 10 Sinfoniekonzerte in den Hauptwerken miteinander ab, so dass ich dienstags in Aue, und er mittwochs in Annaberg, zumindest das gleiche Hauptwerk, meist natürlich die gleiche Sinfonie dirigierten. Das hatte einen nicht zu unterschätzenden Vorteil. Wenn es notwendig war und wir das wollten, hatten wir ein Orchester von 80 – 90 Mann auf der Bühne sitzen. Darauf muss ich noch im Detail eingehen.

So fanden wir zueinander. Ein sehr gutes und kollegiales Verhältnis, was unter Dirigentenkollegen ja nicht immer der Fall ist.
Technisch, organisatorisch verlief das folgendermaßen: wir trafen uns in Annaberg oder in Aue und besprachen die gesamte Spielzeit, natürlich bei einem gemütlichen Beisammensein. Er war ursprünglich Konzertmeister am Chemnitzer Theater, wollte wie ich, unbedingt Dirigent werden und so verschlug es ihn ans Annaberger Stadttheater. Gehbehindert durch den Krieg machte er auf der Bühne aber einen guten souveränen Eindruck.
Zu den Konzerten im Annaberger Theater mussten die Auer Kollegen mit dem Bus zu den Proben und Aufführungen transportiert werden. Mich faszinierte jedesmal die sog. Basalt-Orgel bei Scheibenberg. Während der Fahrt von der Straße aus bestens zu sehen.
Diese Basalt-Pfeiler wurden von den Bergleuten aufgestellt. Genaues darüber wieso und warum, konnte ich nicht erfahren. Auf jeden Fall war das immer wieder ein imposanter Anblick.
Im Winter konnte die Fahrt im Erzgebirge schwierig werden. Plötzliches Blitz-Eis brachte die Busfahrer oft in gefährliche Situationen und die Kollegen mussten helfen und zugreifen wenn Not am Mann war.



Basalt-Orgel b. Scheibenberg
(zwischen Aue u. Annaberg-Buchholz)


Mit dem Bergbau in der gesamten Erzgebirgsregion verbinden sich unglaubliche interessante Geschichten, die ich hier aber nicht schildern will. Auf jeden Fall war die Zusammenarbeit mit dem Annaberger Theaterorchester eine fruchtbare und künstlerisch wertvolle Arbeit.


Mein erstes Konzert als Chefdirigent

Mit meinem ersten Konzert brachte ich selbstverständlich mein Lieblingswerk zu Gehör und wie versprochen die mir sehr vertraute Rose Müller-Wirrmann, die Gelegenheit bekam, sich solistisch zu profilieren.
Über das in meinen jungen Jahren gehabte "Gespusie" hüllen wir den Mantel des Schweigens. Ich holte sie nach Aue und sie spielte das Tartini-Konzert für Violine und Orchester.

Um dem Programm meine Eindeutigkeit der Programmgestaltung zu verleihen, spielten wir zu Beginn die Ouvertüre zu Gersters Oper "Enoch Arden". Hierzu möchte ich bemerken, dass ich von Anfang an in meiner Laufbahn der modernen Musik zugetan war, und meist, dem Gebot entsprechend, eine Komposition im Programm ansetzte, die den Anforderungen gerecht wurde.

Gerster war zu DDR-Zeiten ein zwar selten gespielter aber anerkannter Komponist. Die Oper "Enoch Arden", ein interessantes Sujet, verdient aufgeführt zu werden. Die Ouvertüre beginnt mit einem Aufschrei von zwei Quintparallelen in den Hörnern, Trompeten und den hohen Holzbläsern:



"Der Mövenschrei"

Als Echo, im Pianissimo, folgt das Thema in den zwei Oboen. Dieser Anfang der Quvertüre ist sehr beeindruckend und spiegelt im Prinzip die Grundhandlung wider. Für das Publikum absolut verständlich und eingängig. Die Handlung (hier Kurzfassung) selbst ist einer alten englischen Sage entnommen: Ein Kapitän verlässt seine Frau und die Heimat. In der langen Zeit seines Wegbleibens und der Vermutung er sei tot verliebt sich die Frau in einen anderen Mann. Nach seiner Rückkehr offenbart sich das ganze Drama, er stürzt sich von einem Felsen in den Freitod. Das Anfangsmotiv stellt einen "Mövenschrei" dar und ist das Motiv für die verlassene Frau.
Mit dieser Ouvertüre sollten wir noch einen beachtlichen Erfolg erzielen. Das Programm, zudem ich als Chefdirigent die Einführung schreiben musste, kündigte das "Antrittskonzert des neuen künstlerischen Leiters Siegfried Geißler" an.



Man beachte bitte, außer Programm, die Eintrittspreise!

Es war ein toller Erfolg! Mein erstes Konzert als Chef eines Orchesters.

Meine Eltern hatten am 8. September 1953 fünfundzwanzigsten Hochzeitstag. Zu dieser Feier konnte ich nicht in Dresden sein weil ich mir nicht getraute dem Orchester zu sagen was los ist. Meine Eltern kamen aber zu meinem ersten Konzert nach Aue und erlebten diesen Erfolg.
Dass dies die Krönung für sie war ist sicher befriedigend, denn sie hatten viel Geld für mein Studium ausgegeben und nahmen dafür große Entbehrungen auf sich.

Von der Feier nach dem Konzert möchte ich gar nicht sprechen, denn es war außer Trinken und Essen eine Nacht der Lust und der Freude, vielleicht auch des Versagens.

Das Leben geht weiter und die Verantwortung verlangte das nötige: Tätig zu sein und etwas zu leisten und zu entwickeln.
Natürlich wartet jeder auf die Kritik nach einem Konzert, in Aue war es die "Freie Presse".
Die Kritik erschien und zu meinem Erstaunen war sie von einem "Geißler" unterzeichnet. Abgesehen davon, dass sie positiv lautete, machte mich der Name stutzig. Wie sich herausstellte gab es in Schneeberg einen Musikkritiker, quasi einen Namensvetter, der für die Auer Presse schrieb. Aus Gründen des Namens hörte er nach der zweiten Kritik auf Kritiken zu schreiben, um nicht in den Verruf zu kommen, er sei mit mir verwandt und würde am Ende nur positives schreiben.
Damit geriet ich in Not dass in Aue keine Musikkritik über die Arbeit und die künstlerischen Belange des Orchesters in der Presse zu vernehmen waren.
Für ein Kulturinstitut ist das schädlich, wenn in der Öffentlichkeit darüber nichts in der Presse erscheint und das Institut verschwiegen wird.

Im Leben kommt immer wieder das Verrückteste das man sich vorstellen kann.
Ich lernte eine junge, hübsche Musiklehrerin kennen. Sie war ständige Konzertbesucherin und nach dem Kennenlernen fragte ich sie, ob sie sich zutraut Musikkritiken zu schreiben. Nein, das könne sie nicht, kam die Antwort.
"Was tun, sprach Zeus?"
Da wir uns nach den Konzerten trafen, sagte ich zu ihr: "Weißt Du was wir machen? Ich schreibe die Kritik, Du sagst allenfalls was Du während des Konzertes empfunden hast und unterzeichnest das Ganze. Natürlich arbeite ich Dir auch kritisches in den Text ein, damit es nicht so aussieht wie eine ständige Lobhudelei! Du sorgst dann dafür, dass es in die Presse kommt."
So kam es auch! Jedesmal nach einem Konzert gingen wir in meine Wohnung, ich schrieb die Kritik und danach? Ja und danach? Das wurden Wilde Nächte!

Man muss sich zu helfen wissen im Leben sonst geht gar nichts und man steht oft mit leeren Händen da. Eine schöne, bleibende Erinnerung!


Tag der Befreiung – Ein neuer Papst

Zwischenruf: Morgen ist der 8. Mai 2005!
Der Tag der Befreiung vom Hitlerfaschismus und der Tag des Kriegsendes.
Außerdem Muttertag!

Wochenlang habe ich nichts festgehalten und konnte nicht Schreiben. Bei uns war viel los, so dass ich kaum Ruhe und Konzentration fand, an irgendetwas weiterzuschreiben. Johannes Paul der II., der polnische Papst, war kurz nach Ostern nach unglaublich langen Zeremonien verstorben.
In der Zwischenzeit haben wir einen neuen Papst: Als Papst wurde der von der Glaubenskongregation kommende Kardinal Ratzinger gewählt. Er gab sich die Bezeichnung: Benedikt der XVI. Ein strenger orthodoxer Katholik! Sein erster Ausspruch: "Wir sind Papst!" Typisch deutsch würde ich sagen. Von ihm war nichts zu erwarten, weder eine Erneuerung der katholischen Kirche, noch eine ökumenische Vereinigung der Glaubensrichtungen.
Meine Abneigung gegen Religionen wird immer größer, wenn man bedenkt, dass sie nur Kriege hervorgebracht haben und die Menschheit in fortwährende Konflikte versetzte.
Ein Novum in der Kirchengeschichte bestand darin, dass Benedikt der XVI. zurück trat. Das gab es noch nie und ist bis jetzt einmalig.

Nunmehr schreiben wir das Jahr 2013 und die Glaubenskriege nehmen zu. Dabei braucht man nur an den arabischen Frühling zu denken der sich in Ägypten, durch die Moslembrüder, und in Syrien, durch den Diktator Assad, besonders stark in kriegerischen Auseinandersetzungen manifestiert. Darüber hinaus wird der Libanon mit hinein gezogen. Der Irak kommt nicht zur Ruhe. Sunniten und Schiiten, von Al Khadija unterstützt, bekämpfen sich unerbittlich. In der Türkei möchte Erdogan der Ministerpräsident Erdogan einen Muslimischen Staat errichten der mehr als mittelalterlich daher kommt. Überall werden die Frauen unterdrückt. Die Kurden kämpfen vergeblich um eine Autonomie. Wo man im Nahen Osten hinschaut: nur Kriege, Kriege, Kriege – und das alles im Namen Allahs!

Unsere Politiker sehen vor lauter Eigenliebe und Selbstbeschaulichkeit nichts. Tappen im Dunklen und schaffen es nicht, außenpolitisch dagegen anzusteuern. Man kann Europa nur warnen vor nicht absehbaren Folgen, wenn diese Politiker so weiter machen.


Zu viele Konzerte

In Aue begann der Alltag. Das Orchester spielte nicht schlecht. Die Konzertmeister der Streicher-Gruppen waren sehr gute Musikanten, sehr gute Soloholzbläser, ein hervorragender Solohornist und ein toller Solotrompeter.
Meine eigenen Klangvorstellungen konnte ich bestens umsetzen und versuchte in den Proben ein bestimmtes Klangprofil aufzubauen.

Allerdings zu viele Konzerte! Eine nicht zu bewältigende große Anzahl. Die meisten natürlich sog. Unterhaltungskonzerte. Anspruchslos, reine Routinekonzerte, mit gemischten Programmen. Diese Anzahl versuchte ich bei bleibenden Einnahmen auf 140 zu drücken. Hier begann meine erste kaufmännische Verhandlungstaktik indem ich überall vorher auftauchte um den Verantwortlichen, meist Kulturhausleiter, die einen eigenen Haushalt führten, oder Parteifunktionäre klar zu machen, dass man nicht für 300.- Mark ein Konzert haben kann.
Wie ich schon sagte begann ich die Preise auf mindestens 600.- bis 1000.- DM hochzuschrauben was mir fast immer gelang, so dass wir unseren vorgegebenen Haushaltplan erfüllten und zum Erstauen der Auer Funktionäre sogar übererfüllten. Das war für sie nicht nachvollziehbar. Wie überall glaubten sie alles besser zu wissen und zu können als ein Fachmann.
Das bedeutet nicht zuletzt den Untergang jedes wirtschaftspolitischen Verständnisses und jeder Vernunft.


Der Verwaltungsleiter

Unser Verwaltungsleiter Naumann wie gesagt ein sehr sensibler, zurückhaltender Mensch! Alles was im Orchester passierte – und es passiert immer etwas – nahm er sich zu Herzen, weil er alles auf seine Fehler zurückführte. Zum Abschluss der ersten Konzertsaison hatten wir eine Zusammenkunft der Leitung, der BGL (Betriebsgewerkschaftsleitung) und der Parteileitung. Mit anwesend war so ein "Parteihansel" von der SED-Kreisleitung.
Wir hatten wie gesagt im Dachgeschoß unser Orchesterbüro. Während der Sitzung lehnte Naumann – es war Sommer und sehr schwül im Raum – am Fensterbrett des offenen Fensters.



Haus des Rat des Kreises Aue

Die heftige Debatte mündete letztlich in einer - wie immer - unberechtigten Kritik am Verwaltungsleiter, der Mitglied der SED war. Die Kritik erlaubte sich der miese Kulturfunktionär der SED-Kreisleitung.
Nauman, der sensible Mensch schaute bedrückt in die Gegend. Als es mir zuviel wurde schlug ich mit der Faust auf meinen Schreibtisch und sagte: "Schluss jetzt damit!"
In dem Moment krachte es am Fenster! Nauman war verschwunden. Alle dachten er hätte sich zum Fenster hinunter gestürzt. Er lag aber hinter den Tischen am Boden und hatte einen Nervenzusammenbruch erlitten. Notarzt, Notdienst, alles eine Sache von Minuten und ab ins Krankenhaus!
Die Parteiratte verzog sich danach sehr schnell. Er musste natürlich berichten. Holte sich einen tüchtigen Rüffel und wurde – wenn ich mich recht erinnere – in ein anderes Ressort versetzt.
Erst einige Zeit später erfuhr ich, dass dieser Parteiheini der Mann unserer Sekretärin war. Logisch, dass sie abends zu Hause ihrem Mann prompt alles berichtete was tagsüber im Betrieb passierte, und was eventuell schief gelaufen war.
Für mich war das eine erste Lehre, ich hielt mich mit meinen betriebsbedingten Äußerungen weitgehend zurück.
Naumann erholte sich bald und konnte seinen Dienst wieder aufnehmen.

Nach diesem Ereignis nahm ich mir zwei Dinge vor:

1. Als Chef alle politische Arbeit (Berichte schreiben, Stellungnahmen, etc.) von den Kollegen fern zu halten. Für solche Aufgaben suchte ich eine Person, die das überzeugend und immer zum Vorteil des Orchesters erledigen konnte. Natürlich alles in Absprache mit meiner Person.
Dass mir dies nicht immer selber zum Vorteil gereichte ergibt sich beiläufig aus der Tätigkeit eines Betriebsleiters, der letztendlich für alles verantwortlich zeichnet.

2. Um ein Orchester, ein Klangkollektiv, zusammen zu schweißen ist das Verhältnis der Kollegen untereinander von ausschlaggebender Bedeutung. Neben der detailierten, künstlerischen Arbeit, z.B. eine Klangkultur zu entwickeln, die Homogenität eines Orchesters zu erreichen, gehört auch das persönliche Verhältnis der Kollegen durch gemeinsame Annehmlichkeiten zu fördern dazu.

Was kaum in anderen Orchestern gepflegt wird: ich organisierte gemeinsame Wanderungen und gemeinsame Weihnachtsfeiern mit den Ehepartnern.
Musiker spielen leidenschaftlich Skat. Ich auch! Also organisierten wir Skatturniere! Ich erspielte mir sogar einmal einen ersten Platz und bekam von den ausgelobten Preisen der BGL eine Weihnachtsente!
Natürlich zum Leidwesen der Kollegen, die im Stillen dachten: ausgerechnet der Alte, der das meiste Geld verdient, räumt hier ab!
Aber gewonnen ist gewonnen!

Von diesen – oft auch heiteren - Begebenheiten wird noch zu berichten sein.
Das wichtigste für mich bestand darin, die Behandlung und die Menschenführung der Kollegen in den Vordergrund zu stellen. Hierzu gehört eine menschliche Grundeinstellung eines Leiters von Kunstbetrieben und ist die Voraussetzung für eine gute Zusammenarbeit.


Unser origineller Notenwart – ein Unikum

Betreffs der Programmgestaltung muss ich unbedingt auf unseren Notenwart zu sprechen kommen. Er hieß Otto Dittrich, und war Konzertmeister der zweiten Violinen. Ein ausgesprochenes Unikum! Wenn wir Programme machten, dann wusste er am wenigsten den Komponistennamen, noch den Titel eines Stückes.

Wie aber sollte ich, der ich noch nicht so riesige Werkkenntnisse besaß wie so ein alter Routinier, Programme aufbauen die anzubieten erfolgversprechend sind?

Unsere Beratungen liefen folgendermaßen: Er sagte zu mir: "Chef, wir könnten als Anfangsstück mal die Ouvertüre machen: ´Komm se` rein, komm `se rein, komm se´ reiiiin --- komm se´ rein in die guuute Stube´," dabei sang er mir natürlich das Hauptthema vor. Ich musste dann herausfinden was für ein Stück er meinte.
Was ich da gelacht habe, nicht nur über die Komik mit der er dies vortrug, nein, über die ganze Situation und vor allem über die Texte. Dabei lernte ich natürlich sehr viel und erhielt große Musikliteraturkenntnisse.
Nach allem Diskutieren und was das sein könnte, stellte sich nach langem hin und her heraus, dass er die Ouvertüre zu der Oper "Die Stumme von Portici" von Auber meinte.

Ein anderes Thema das er mir vorsang war: "August, hau den Rucksack." Was sollte nun das wieder sein? Es stellte sich heraus, dass dies ein Thema war aus der 2. Sinfonie von Beethoven.

Hierzu muss ich sagen, dass das Auer Orchester ursprünglich in Oberschlema, einem ehemaligen Radiumbad beheimatet war, als sog. Kurorchester und einen riesigen Fundus an Notenmaterial besaß. Unter diesen, meist für Salonorchester gesammelten Arrangements, befanden sich z.B. Arrangements von Puccini-Opern, Rossini-Opern usw., so dass ich leicht Opernabende gestalten konnte. Es gab aber auch Werke der frühen Jahre des 20. Jahrhunderts die schon keiner mehr kannte, die sich aber lohnten, aufgeführt zu werden. Manche musikalischen Kostbarkeiten konnten so wieder ins Leben gerufen werden.

Oberschlema liegt zwischen Aue und Schneeberg. Schneeberg, eine uralte Bergmannsstadt. In meiner Zeit war dies das Wismut-Gebiet in welchem Uran, sog. Pechblende (fälschlicherweise so genannt) abgebaut wurde. Von den Sowjets beherrscht, mit DDR Beteiligung, aber nur als Deckmantel, war diese Zone eine staatlich funktionierende eigene Staatszone. Sie hatten eine eigene Kreisparteileitung, eigene "Gesetze", usw.
Davon wird ebenfalls noch zu berichten sein.

Zurück zu der Programmgestaltung.
Dittrich zu mir singend: "Was kost` ein Hering? ---- Nichts! – Was kost` ein Hering? ---- Nichts!", was sollte das nun wieder sein? Ich konnte mir keinen Reim darauf machen, da ich partout nicht wusste, welches Stück er meinte. Dann kam er selbst darauf und sagte: "Chef, das ist die Slawische Rhapsodie von Friedmann".
Damals kannte ich diesen Komponisten überhaupt noch nicht, aber im Notenfundus in Aue waren eben diese Werke vorhanden.

Ignaz Friedmann, ein polnischer Pianist und Komponist (90 op.), 1882 bei Krakow geboren und 1948 in Australien verstorben. Heute kennt ihn schon keiner mehr.

So könnte ich noch stundenlang erzählen, aber im Moment fällt mir nichts mehr ein.
Doch!: "Nudeln ham`mer heut`, Nudeln und Makroni hat`mer gestern um die Zeit – Nudeln und Makroni ham`mer heut` und bis in alle Ewigkeit" --- ob ich es präzis wiedergeben kann oder nicht, bleibt offen. Dies war leicht zu erraten, denn es handelt sich hierbei um die Ouvertüre zu Mozarts "Hochzeit des Figaro".

Natürlich setzt man als junger Dirigent Werke an, die einem am Herzen liegen. Im Programm stellte ich die 4. und 6. Sinfonie von Tschaikowski vor, vor allem aber die 4. Sinfonie von Anton Bruckner – die Romantische! Nicht nur weil ich Bruckner sehr verehre, sondern weil ich als Hornist, mit dem Eingangsmotiv des Hornes, diese Sinfonie einige Mal selber geblasen habe und ich mir schon in meiner Kindheit diese Sinfonie über unseren Volksempfänger leidenschaftlich anhörte.

Zur Programmgestaltung insgesamt möchte ich sagen, dass ich mir vorgenommen hatte, in jedem Programm zumindest einen Zeitgenossen aufzuführen. Leider wird das immer mehr in den heutigen Konzertprogrammen zu wenig berücksichtigt, oder gar nicht erst vorgenommen.
Etwas anderes gestaltete sich als sehr problematisch: das Kulturministerium drängte die Orchesterleiter, zeitgenössische Komponisten der DDR aber auch der UdSSR aufzuführen.


Zeitgenössische Komponisten

Ottmar Gerster, Max Butting (Vorsitzender de Komponisten-Verbandes), der Dresdner Komponist Johannes Paul Tilmann, Hermann Werner Fincke, meine Namensvetter Fritz Geißler u.a. waren oft quälende Momente der Interpretation!
Man konnte den Sinfonien, oder anderen Kompositionen wenig abgewinnen. Meist wurden sie vom Publikum auch sehr verhalten aufgenommen.

An ein Werk erinnere ich mich besonders – es war geradezu furchtbar! Wadim Kotschetows Musik zu dem Märchen: "Auf des Hechts Befehl"!
Schauderhaft so etwas dem Publikum vorzusetzen.

Nun könnte jeder sagen, daran bist du selber schuld, so einfach war das aber teilweise nicht, weil das Ministerium immer wieder insistierte solche Werke aufzunehmen.

Dazu gehörten u.a. die sowjetischen Komponisten Chrennikow und Eschpai!
Eschpai zählte zu den führenden Funktionären des Komponisten-Verbandes der UdSSR. Ich führte einmal eine seiner Sinfonien auf. Es war eine geradezu schreckliche Musik! Dem Publikum gefiel das ebenso nicht und der Beifall war mehr als mäßig.
Leider musste man das als Dirigent mit in Kauf nehmen!
Dafür "erkaufte" ich mir die Möglichkeit Werke aufzuführen wie Ottorino Resphigis Sinfonische Dichtung "Pinien von Rom".
Ein Komponist der fast in Vergessenheit geraten ist, obwohl er hervorragende, ausdruckstarke Werke komponierte. Das Gleiche gilt für Janaceks Kompositionen, dessen Orchesterwerke ich in meiner Laufbahn alle in meine Programme einsetzte und aufführte.

"Pinien von Rom" sind besonders beeindruckend und wirkungsvoll auf das Publikum. Im dritten Satz, einem Adagio, lässt Respighi im abendlichen Dunkel in den verträumten Pinien-Hainen eine Nachtigall schlagen.
Dazu sandte uns der Verlag eine entsprechende Schallplatte. Das stellte mich 1955 – als ich dieses Werk aufführte – vor ein zunächst unlösbares Problem. Wir brauchten dazu einen Schallplattenspieler! Wer hat so ein Ding? Wer kann es anständig bedienen? Nicht dass am Ende beim Auflegen die Nachtigall nicht schlägt, sondern vielleicht krächzt!
Es schien fast unüberwindbar zu sein. Alles musste auch sorgfältig probiert werden. Nach allerhand hin und her gelang es mir doch noch das Ganze dem Publikum einwandfrei zu offerieren.
Vom dritten Satz geht es attacca (= sofort weiterspielen) in den Schlusssatz über. Dieser ist musikalisch, kompositorisch wundervoll aufgebaut. Im Pianissimo beginnend ertönt ein Marsch, der Marsch der Römischen Legionen auf der Via Appia, die gen Rom ziehen. Mit einem ständig ansteigenden Crescendo spürt man nicht nur die Legionen marschieren, sondern es wirkt heroisch und ergibt einen unauslöschlichen Eindruck auf das Publikum.
Bemerkt sei hier, dass die Legionäre die ersten waren die im Gleichschritt marschierten! Es gab einen geradezu frenetischen Beifall nach dem Abschluss.

Auf mich machte das den Eindruck, dass unsere Menschen direkt hungrig waren, eine andere, neue Klangwelt zu hören. Der stupide sozialistische Realismus der Zeitgenossen mit dem sie bombardiert wurden lief an ihnen vollkommen vorbei. Außerdem spürt man in solchen Momenten, dass die Hörgewohnheiten der Werke Haydns, Mozarts, Beethovens, und Brahms zwar gewohnte Bestandteile der Programme waren, dass aber vollkommen Neues nicht nur anerkannt, sondern mit Genugtung und freudig aufgenommen wurde.


Der Dresdner Komponist Paul Büttner

Von einem Komponisten muss ich besonders berichten.
Wenige Zeit nach meinem Antritt als Chefdirigent in Aue erhielt ich Briefe von einer Eva Büttner. Zunächst sagte mir das nichts, zumal man gewöhnt war, dass einen Werbepost erreichte, um diesen oder jenen Komponisten aufzuführen.
Frau Büttner war unerbittlich!
Alle Briefe kamen aus Kamenz, was sollte ich damit anfangen? Sie insistierte genau wie das Ministerium, man möge doch die Werke ihres Mannes aufführen!
Paul Büttners Namen und sein Schicksal kannte ich vom Studium her und entgegen den Annalen kenne ich eine etwas andere Geschichte: Paul Büttner eröffnete neben der Volksmusikschule das dem Konservatorium zugeordnet war, eine eigene Volksmusikschule in Dresden, die für junge Menschen von ihm geschaffen wurde für Kinder aus sozial schwachen Elternhäusern. Der Unterricht war kostenlos! Eine einmalige großartige Bildungseinrichtung.
Neben der Dresdner Philharmonie, die 1870 entstand als Gewerbehausorchester und hauptsächlich das Konzertleben bestritt, hatte Büttner ein Orchester mit Musikern geleitet, die in Dresden keine Chance hatten an einem der beiden großen Orchester engagiert zu werden. Es bestand aus einem Gemisch von Laien und Berufsmusikern.
Büttner, politisch ein bekannter Kommunist, bekam natürlich mit dem aufkommenden Terror der Nazis große Probleme, zumal er mit einer Jüdin verheiratet war.

 
Eva Büttner
(1886 – 1969)
 
Paul Büttner
(1870 – 1943)


Damit war sein Schicksal besiegelt! Merkwürdigerweise las ich das in den Annalen nicht so wie ich es kenne.

Es mag ein Zufall sein, dass ich heute am 15.10.2013 über Büttner schreibe, denn es ist sein 70. Todestag!

Meines Wissens war Büttner schwer erkrankt, er ist aber nicht allein daran gestorben sondern die Nazis haben ihn umgebracht. Als Kommunist war er verschrieen. Seiner Ämter enthob man ihn schon 1933, verfolgte ihn ob seiner jüdischen Frau, die er nicht verließ.
Das ganze Martyrium erzählte mir Eva Büttner in Aue. Sie selbst erzählte mir natürlich ihre Geschichte. Nach dem Tod ihres Mannes und weil sie Jüdin war, musste sie vor den Nazis fliehen. Eine namhafte Familie in Pulsnitz in Sachsen versteckte sie in der gesamten Zeit bis 1945 in einem unmenschlichen und schwer zu ertragenen Verlies! Durch ihren Mut und ihre Tapferkeit überlebte sie diese Jahre des Entbehrens und ich erlebte eine leidgeprüfte, aber resolute Frau. Da ich der einzige Dirigent war der Büttner aufführte, hatte sie mich besonders ins Herz geschlossen.
Büttner zählt zu den letzten spätromantischen Komponisten. Er studierte in Dresden bei Felix Draeseke Komposition. Nach den vielen "Bombardements" seiner Frau erklärte ich mich bereit, seine 2.Sinfonie in G-Dur aufzuführen vor allem, um ihn zu ehren und ihm ein Denkmal zu setzen .
Als ich das seiner Frau mitteilte berührte sie das sehr und sie kam extra von Kamenz nach Aue angereist. Ich lernte eine energische, selbstbewusste und agile Frau kennen, sie war 68 Jahre alt, aber gezeichnet und leidgeprüft durch das, was sie in der Nazizeit ertragen musste.

Ich komme hier nicht umhin zu sagen, dass diese verfluchte Nazizeit nicht nur mit ihren Verbrechen die sie verübten und die Nachwelt erschüttern, sondern die vielen Einzelschicksale, die mit der Verfolgung, mit Repressalien und mit großen Qualen zusammen gebracht werden müssen immer wieder den Menschen vor Augen geführt notwendig erscheint. Diese Vorgänge machen mich immer wieder äußerst wütend und in der Erinnerung möchte man daran verzweifeln, dass so etwas überhaupt mit einer sog. gebildeten Nation passieren konnte!


Das DDR-Kulturministerium

Mit dem 23. Juli 1952 wurden in der DDR per Gesetz Bezirke gebildet.
Die Kulturinstitutionen unterstanden aber zunächst noch dem Ministerium für Kultur in Berlin. Ein gewisser Herr Schott, welcher irgendwie mal Kantor in Aue war, fungierte da als Abteilungsleiter! Er hielt sich ab und zu in Aue auf und ich lernte ihn kennen.
Was ich nicht wusste: Er wollte ursprünglich Chef in Aue werden aber das Orchester wollte ihn nicht. Unbescholten und noch nicht DDR-gewieft genug, hatte ich keinen blassen Schimmer was und wie da alles abläuft.
Die Bezirke, noch in der Bildung begriffen funktionierten zwar schon, aber die Autoritäten waren noch nicht entgültig festgelegt.
Zu Dienstbesprechungen musste ich zum Rat des Bezirkes, welche in Karl-Marx-Stadt (damals schon so genannt) oder in Zwickau stattfanden.

Hier lernte ich GMD Egelkraut kennen, den sie insgeheim "Bubi" nannten, welcher ob seiner Sanftheit und Edelmütigkeit zwar anerkannt, aber wenig durchschlagskräftig schien. In Bayreuth soll er in der Nazizeit die Chöre für die Wagneropern einstudiert haben. Immerhin!
Der Zwickauer Chef MD Hans Storck flachste gern, was in solchen Kreisen immer freudigst angenommen wurde. Die anderen Chefs kamen aus Auerbach, MD Gottfried Kehr und aus Reichenbach MD Willy Löscher, sowie Hans Bitterlich vom Kreiskulturorchester Karl-Marx-Stadt, das es neben dem Opernorchester auch noch gab.
Alle schielten mich von der Seite an denn ich war unter den betagten "Herren" der Jüngste.
Die kulturelle Entwicklung in den einzelnen Orten nach dem Krieg lief meist über die "Stadtpfeifen". Sie waren diejenigen, die im Erzgebirge und im Vogtland das Musikerpotential ausbildeten und für einen ordentlichen Nachwuchs auf diesem Gebiet sorgten. Man muss ihnen alle Hochachtung aussprechen. Ich traf später Kollegen die in der Stadtpfeife mit all den Unbilden und den Erziehungsschwierigkeiten (Internat usw.) große Musiker geworden sind.


Förderung junger DDR-Künstler

Als jüngster Chef hörte ich mir natürlich erst mal alles an was von den Bezirksfunktionären gefordert wurde, wobei ich mir meine eigenen Gedanken machte, wie ich meinen Spielplan gestalte und aufbaue. DDR-Musiktage waren an der Tagesordnung! Förderung junger Künstler!

In Zwickau fand jedes Jahr ein Schumann-Klavier-Wettbewerb statt. Eine der ersten Preisträgerinnen der DDR, Annerose Schmidt, wurde von der Künstleragentur favorisiert und die Orchester aufgefordert, sie zu engagieren. Das kam mir gerade recht. Mit meinen noch wenigen Beziehungen zu Künstlern, nicht nur der DDR-Künstler, sondern vor allem zu Künstlern der Ostländer, versuchte ich so eine vielseitige, lebendige Programmgestaltung aufzubauen.
Logisch, da ich erst 1951 wieder in den Osten zurückkehrte. Ich engagierte Annerose Schmidt und kenne sie aus dieser Zeit, sie muss damals 18 – 20 Jahre alt gewesen sein, bis zum heutigen Tag.
Eine charmante, hübsche Blondine, sehr selbstbewusst, aber eine hervorragende Pianistin. In unzähligen Konzerten konnte ich sie begleiten, wobei das Schumann Klavierkonzert zu ihrem Bravour-Stück zählte und an erster Stelle stand.
Nach ihrem ersten Preis spielte sie in Aue das erste Mal in einem öffentlichen Konzert.
Ein toller Erfolg und ein tolles Konzert!
Wozu ich sagen muss, dass das Klavierkonzert von Schumann eines ist, welches teilweise sehr schwer zu begleiten ist. Nicht nur musikalisch sondern auch menschlich verstand ich mich sehr gut mit ihr.

Es ist merkwürdig, ich spürte immer sofort nach den ersten Takten: mit dieser Solistin, oder mit diesem Solisten komme ich bestens zurecht oder da wird es schwer werden sich in die Seele, in die Spielweise einzubinden. Begleiten ist ein anderes Metier als Interpretieren!

Es gibt Konzerte – Brahms d-Moll Klavierkonzert z.B. – bei dem Dirigent und Solist interpretatorisch konform gehen müssen.

1954 muss es gewesen sein, es gab Musiktage in der DDR.
Meist wurden vor allem bei der Programmgestaltung sowjetische Komponisten anzusetzen gefordert. Mit meinen eigenen Vorstellungen der Programme führte ich besonders sowjetische, sagen wir besser russische Komponisten mit am meisten auf.
Zu diesen Musiktagen wollte ich einen besonderen Akzent setzen und dem Publikum etwas bieten, was für Musiktage ungewöhnlich ist, dabei nicht wissend, dass die Formalismus-Realismus-Debatte (seit 1951) voll im Gange war.


Nachwirkung der Formalismus-Realismus-Debatte
– erstes Verbot der Staatsmacht

Ich entschied mich von Arnold Schönberg aus den "Gurre-Liedern" das "Lied der Waldtaube" aufzuführen. Da machte ich die Rechnung ohne den Wirt. Als mein Vorhaben bekannt wurde ließ sich der oben genannte Herr Schott die Partitur der Schönberg-Lieder kommen, stellte fest dass da "Kettengerassel" vorkommt, bezeichnete alles als formalistisch, Zwölftonmusik und verbot mir seitens des Ministeriums diese Lieder aufzuführen.

1.: Das Lied der "Waldtaube" ist musikalisch gänzlich harmlos.
Das "Kettengerassel" kommt an einer anderen Stelle vor und nicht im "Lied der Waldtaube".

2.: die Gurre-Lieder sind spät-romantisch, eine Wagnerabfolge und hat mit 12Tonmusik überhaupt nichts zu tun.

Wenige Zeit später begriff ich, was um mich herum vor sich ging. Dazu muss ich wiederum etwas ausholen, denn dies hat mit Politik, mit Zeitgeschichte und mit persönlichen Kontakten zu tun.

An einem Abend saß ich in meinem nunmehr wohnlichen Souterrain, beim alltäglichen Abendbier und mir kam das Nachstehende in den Sinn: Wie so oft beim "alleinigen" Denken;
in unserem Lebensalter geht es nur noch um vier Phasen des Lebens:

1. die Befindlichkeit des eigenen Körpers
2. das was noch zu bewältigen ist,
3. und das, was man nicht mehr tun will, nicht zu tun
4. aber das zu tun, was notwendig ist für die Jetztzeit und die Zukunft


Der erste Kulturorchester-Wettbewerb zwischen Aue, Auerbach,
Karl-Marx-Stadt und Reichenbach

Im November1954 fand im Bezirk Karl-Marx-Stadt (Bezirke wurden 1952 gegründet) ein Orchesterwettbewerb statt. An diesem mussten die vier o.g. Kreiskulturorchester teilnehmen.
Der Wettbewerb fand in Zwickau statt, in dem akustisch einmalig klingenden Konzertsaal "Neue Welt".

Nachstehend die Programme der vier Orchester:







Es musste jeweils ein modernes Werk und ein klassisches im Programm stehen. Das kam mir entgegen, weil wir zu Beginn der Spielzeit die Gerster Quvertüre zu "Enoch Arden" und die Jupiter-Sinfonie von Mozart im Programm hatten.

Wir waren rechtzeitig angereist und bekamen die Möglichkeit, als erstes Orchester eine Anspielprobe durchzuführen. Im Zuschauerraum saßen natürlich die Kollegen der anderen Orchester, lauschten und spannten, was wir bieten.

Ich sagte zu meinen Leuten, konzentriert euch, spielt wie gewohnt aber mit Hingabe!
Als ich diesen "Mövenschrei" am Anfang der Quvertüre loslegte lief schon ein Raunen durch die Reihen. Im Nachhinein berichteten die Kollegen mir, dass die anderen Orchester, als sie uns hörten bereits der Meinung waren, dass wir den ersten Platz schaffen. Außer Kollege Bitterlich von Karl-Marx-Stadt waren die Musikdirektoren von Auerbach Kehr und Löscher aus Reichenbach schon betagte Herren.
Nach den beiden Tagen hatten die Kollegen meines Orchesters sich mit anderen Kollegen ausgetauscht. Unser 1. Konzertmeister Unger kam zu mir und sagte:; "Chef, ich denke wir haben den Ersten gemacht. Zumindest meinen das die Kollegen der anderen Orchester."

Dann kam das Urteil der Jury !
Und wie es so kommt bei solchen – für mich verhassten – Veranstaltungen, die Jury konnte sich nicht entscheiden. Ich war der jüngste Dirigent!
Uns den ersten Platz zu zuschreiben wäre ein gewisser Affront gegenüber den älteren Kollegen gewesen. Man entschied sich also für die Salomonische Lösung: Es gab keinen ersten Platz und Preis, sondern alle wurden gleichgesetzt in der Bewertung, obwohl es gravierende Unterschiede gab.

Zumindest brachte uns unser Auftritt den symbolischen Wert größter Anerkennung seitens der anderen Orchester ein, die neidlos uns den ersten Platz gegönnt hätten. Meine Musiker waren natürlich enttäuscht und wütend und meinten: Diesen Quark machen wir nicht noch Mal mit!"


Die leidige Kleiderfrage

Acht Jahre nach Kriegsende einen Frack zu ergattern war eine reine Glückssache. Das konnte man nur in Gegenden in denen noch die bürgerliche Gesellschaft präsent war.
Diesbezüglich hatte ich Glück, dass es in Sonneberg noch diese Gesellschaftsschichten gab. Der Übergang von der bürgerlichen Gesellschaft, die auch in der Nazizeit bestimmend einwirkte, zur Arbeitergesellschaft vollzog sich mehr unbemerkt und nicht spürbar für die gesamte Gesellschaft. Zu sehr stand die Lebenserhaltung im Vordergrund, die Aufbautätigkeit und der Drang, Arbeit zu erhalten.
Die bürgerliche Gesellschaft hielt sich vor allem in Gegenden in denen Klein- und mittlere Betriebe noch produzieren konnten. Das war in Sonneberg der Fall, aber vor allem auch im Erzgebirge und im Vogtland.
Hierbei muss man nur an die Musikinstrumenten-Industrie erinnern, die weltweit begehrte Produkte herstellte und exportierte bis zu der Zeit, in welcher der Staat (sprich Partei) begann, die Produktionsgenossenschaften einzuführen und danach die Enteignungswelle sich über das Land erstreckte und alles volkseigen gemacht wurde.
Ich schildre hier vieles im Detail, damit nachkommende Generationen sich ein Bild machen können von den Lebens-Um- und Zuständen, den Zwängen, welchen die Nachkriegsgenerationen ausgesetzt waren und die mehr und mehr umschwenkte in die – von der SED-Partei verordnete - Vorherrschaft der führenden Rolle der Arbeiterklasse.

Dieser Wandel vollzog sich für viele unbemerkt, da wie gesagt der tägliche Überlebenskampf vorherrschend das Leben prägte und das "tägliche Brot" wichtiger war als politische und gesellschaftliche Prozesse.
Ich kann mir vorstellen, dass alles mit gesundem Menschenverstand nicht zu erfassen ist und es reichlich an Phantasie bedarf, um mitfühlend die Menschen zu verstehen die den Krieg, die Bombenangriffe, den Repressalien der Nazis überstanden hatten und sich glücklich fühlten, dass Frieden, Ruhe und ein aufkommender Wohlstand mehr und mehr das eigentliche Leben ausmachen.


Der Frack

Berufsbedingt musste man einen Frack besitzen. Für die Orchestermusiker konnte das vertraglich noch nicht gebunden werden, da nicht nur Stoffe eine Mangelware waren, sondern vor allem wo gab es noch Frackschneider?
Allenfalls konnte alles nur auf dem Schwarzmarkt ergattert werden oder durch Beziehungen.

Der klassische Frack ein unbequemes, enganliegendes, lästiges Kleidungsstück. Als Dirigent musste er wie angegossen sitzen, denn das Publikum sah den Dirigenten meist nur von hinten. Zum Dirigieren wirkte ein eng ansitzender Frack mehr wie eine Zwangsjacke. Die Frackschöße mussten bis über die Kniekehle reichen, sonst ergab es ein hässliches Bild für das Publikum. Die Hose mit der klassischen Borte verziert, ein notwendiges Utensil.

Oft war es für den Schneider schwierig, diese vorrätig zu haben. Lackschuhe putzen gehörte zum Beruf. Eine unangenehme, ebenso lästige Tätigkeit. Schuhe putzen grundsätzlich! Ich hasste das wie die Pest!
Lackschuhe mit Schuhcreme einwachsen und dann polieren, polieren, polieren. Von einem älteren Kollegen erfuhr ich wie man sich das alles erleichtern konnte. Musiker sind immer erfindungsreich und kennen viele Tricks. Er sagte zu mir, nehmen sie eine Zwiebel, Halbbieren sie diese und reiben mit dem Saft die Schuhe ein. Das Polieren danach eine leichte Sache. Prima Idee!

Dazu kam ein weiteres Problem: Schnürsenkel!
Das wird keiner mehr glauben: Schnürsenkel war eine Mangelware die man sich nur auf dem Schwarzmarkt besorgen konnte!

Weit schlimmer war das organisieren von Frackhemden.
Die Hemden musste ich selber bügeln, den Kragen extra.
Der Kragen, ein steifer Stoff der sich miserabel behandeln lies.
Manschettenknöpfe! Meine Eltern besorgten mir noch in meiner Jugendzeit vergoldete Manschettenknöpfe die ich hoch und heilig hielt, denn solche waren schwer zu bekommen.

Kragenknöpfe, eine geradezu unerschwingliche Mangelware!
Diese brauchte man beim Anbringen des Hemdenkragens.
Die zu befestigen glich fast einer sportlichen Übung. Man musste die Arme nach hinten verrenken um die Knopflöcher zu erwischen – und dann suchte und suchte man bis die beiden Löcher gefunden wurden und übereinstimmend der Kragen dadurch geführt werden konnte.
Das alles vor dem Konzert? Nervig!

Nach dem Krieg stand das Organisieren im Vordergrund, denn auf der ganzen Strecke erwischte man kaum noch etwas Brauchbares auf normalen Weg.


Eine noch bürgerliche Kaufmannsfamilie

In Aue kam ich in große Verlegenheit, mir Hemdenkragen zu besorgen. In der alten Geschäftspassage gab es ein Traditionsgeschäft, das über hundert Jahre im Familienbesitz war. Als ich das erste Mal in das Geschäft eintrat traute ich meinen Augen nicht. Ich war total Baff!

Vom Seidenstore über Bettwäsche, Tischtücher, Unterwäsche, Hemden bis hin zum Taschentuch und den Krawatten gab es da alles! Offensichtlich hatte der Geschäftsmann sofort nach dem Krieg die alten Beziehungen zu den Firmen im Vogtland und im Erzgebirge wieder angeknüpft, anders kann man sich das Angebot das es gab nicht vorstellen.

Hinter den Verkaufstischen ein jüngeres Ehepaar, ca. um die 30 Jahre alt, die Familie Singer. Mein Anliegen vortragend, dass ich Frackhemdenkragen bräuchte sagte mir der Mann der mich bediente, dass solche nicht vorhanden seien, ich soll aber in einigen Tagen nachfragen, er organisiert welche.
Es stellte sich dabei heraus, dass die Eheleute ständige Konzertbesucher waren und sie mich natürlich kannten und erfreut waren, dass ich ihr Geschäft besuchte.

Nach einigen Tagen besuchte ich das Geschäft erneut und tatsächlich, sie hatten Kragen, allerdings aus Pappe! Bei der Plauderei mit den Beiden bemerkte ich, dass die Frau ein gewisses Auge auf mich geworfen hat. Als junger Mann ist man immer bereit sich auf's Poussieren einzulassen. So auch ich.
Bald merkte ich, dass der Mann ein wenig eifersüchtig wurde und ich hielt mich zurück, denn ich wollte nichts zerstören.
Es ergab sich aus dieser Begegnung aber eine Freundschaft die darin gipfelte, dass sie mich zum Kaffee oder zu einem Drink in ihre Wohnung einluden, was ich sehr gern annahm. Immerhin war es noch die schwere Zeit der Entbehrungen.
Damals gab es einen Kräuterlikör den sie liebevoll "Angelika" nannten. Er wurde in der Nähe von Aue in Bockau produziert, ein Seitental, das von den äußeren Bedingungen geeignet war durch die Luftfeuchtigkeit und die wenige Sonneneinstrahlung, dass an diesem Ort eine Pflanze gedieh, welchen den Saft hergab. Ein begehrtes Getränk um 1950.

Mit den Kragen, die aus Pappe bestanden hatte ich große Probleme. Durch den Frack transpirierte ich in den Konzerten sehr stark, so dass die Kragen aufweichten. In der Konzertpause musste ich sie wechseln, es kam sogar vor, dass sie während des Dirigierens aufweichten und nach oben
rausgagten. Schrecklich! Das Orchester amüsierte sich!

Im Nachfolgenden möchte ich beschreiben wie ich die zeit von 1953 - 56 in Aue erlebte und die Entwicklung der Gesellschaft und der Wirtschaft empfand.